Jugendzentrum legt der Politik Erfolgsbilanz vor
Jugendausschuss lobt gute Integrationsarbeit


Für die integrativen sportlichen Angebote wirbt Olaf Hülck, Leiter des Juz.
Foto: Vera Henrichsmeyer

Ve r s m o l d (hn). An der erfolgreichen Integration von jungen Menschen mit Migrationshintergrund lässt sich die nachhaltige Arbeit des Versmolder Jugendzentrums »Westside« am besten ablesen. »Wir erleben praktisch keine Cliquenbildung mehr«, berichtete Juz-Leiter Olaf Hülck im Jugend-, Kultur- und Schulausschuss am Dienstag. Drei Viertel der regelmäßigen Besucher hätten ausländische Wurzeln. Herkunft und Religion spielten bei den Jugendlichen dieser Generation aber keine Rolle mehr. »Es herrscht eine familiäre Stimmung, wir sind nah an den Leuten dran und haben viele Stammgäste«, beschrieb Hülck. Die kostenlosen Angebote im »Westside« wie das Internetcafé oder das Tonstudio würden intensiv genutzt.

Zudem habe sich das Haus, das vor allem Anlaufstelle für Jungen ist, für Gruppen wie Bauchtanz oder Mädchentanz geöffnet. Dadurch erhielten mehr Menschen einen Einblick ins Juz. So bauen sich Vorurteile ab: »Viele Eltern kommen herein und staunen über die Einrichtung und die Angebote«, sagte Hülck. Intensiven Kontakt knüpft das Juz-Team zur benachbarten Hauptschule. Der Großteil der Besucher komme von dort, erklärte Hülck. Sein Team bietet Sozialtraining für 5. und 6. Klassen an. Unter dem Motto »Fit für's Leben« kümmert sich das Juz auch um die Neunt- und Zehntklässler. Mit dem Offenen Ganztag wird sich das Angebotsprofil ändern, blickte Hülck voraus. »Wenn die Schüler bis 16 Uhr Schule haben, müssen wir unser Haus nicht mehr um 14 Uhr aufmachen«, sagte er. Seine Einrichtung werde verstärkt Projekte im Rahmen des Ganztags unterstützen und bedarfsgerecht in die Schule tragen. Die 72-Stunden-Aktion im Mai und die Sportangebote seien gelungene Beispiele für die übergreifende Zusammenarbeit der Jugendeinrichtungen in Versmold. »Die Kontakte der Jugendeinrichtung zu Politik und Verwaltung sind hier besonders eng«, hob Michael Trödel, zuständiger Jugendpfleger der Regionalstelle West, hervor. Die kurzen Wege nutzte Hülck gleich, um im Ausschuss für den Kauf eines Bullis als multifunktionalen Transporter zu werben. »Wenn die Kirchengemeinde als Träger den Antrag stellt, werden wir uns dem nicht verschließen«, stellte Bürgermeister Thorsten Klute im Konsens aller Parteien in Aussicht.