WB vom 19.Mai 2007
Jungen müssen nicht immer stark sein ...
Im Selbstbehauptungs- und Konflikttrainingskursus im Auftrag der städtischen Gleichstellungsbeauftragten im Jugendzentrum Westside geht es nicht gerade ruhig zu: In der Gruppe der acht- bis elfjährigen Jungen wird eine Szene gespielt. Es steht ein Fahrrad für acht Jungen zur Verfügung, aber nur einer darf fahren. »In der Regel ist hier der Stärkere gefragt. Er wird sich vermutlich durchsetzen«, weiß Ralf Brester aus Erfahrung. Der Marienfelder ist freiberuflich in Versmold in der Jungenarbeit tätig.
An insgesamt fünf Nachmittagen trifft er sich dort mit den acht Schülern, um Konflikte zu lösen und die Jungen in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken. »Ich schaue mir die Jungen an und sehe dann, was mit ihnen möglich ist«, ergänzt der Mitarbeiter der evangelischen Kirchengemeinde Harsewinkel. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen interessiert ihn schon seit Jahren.
»Wir reden viel über Gefühle, was mit Jungen nicht immer einfach ist, denn bei ihnen zählt oftmals vor allem, stark und unverwundbar zu sein«, sagt Brester. Doch die Realität sehe anders aus: Viele Jungen seien sehr sensibel und reagierten entsprechend auf ihre Umwelt. Darüber werde ebenso geredet wie über die Förderung sozialer Kompetenzen und den partnerschaftlichen Umgang miteinander. »Ich möchte den kleinen Persönlichkeiten zeigen, wie man miteinander besser umgeht und ihnen eine eigene, geschlechtliche Identität vermitteln.« Dazu gehöre die Selbstwahrnehmung ebenso wie die Wahrnehmung des eigenen Körpers.
»Jungen raufen gerne, das scheint ihnen angeboren zu sein«, meint der Therapeut. Und daher sei auch sein Vorschlag, auf einer Matte miteinander zu raufen, begeistert aufgenommen worden. »Doch alles in bestimmten Grenzen und nach vorgegebenen Regeln«, schränkt Ralf Brester ein. »Hier gilt es für die Jungen, sich auszuprobieren. Das eigene Handlungsspektrum wird damit für sie eingegrenzt.« Denn Raufen mache Spaß, dürfe aber nicht in Gewalt oder Konflikte ausarten.
Raufen, lernen, Gefühle besprechen: Kursus im Jugendzentrum Westside
Versmold (hj). Sie lernen gemeinsam, drohende Gewaltsituationen zu erkennen und möglichst gewaltfrei zu lösen. Ein besonderes Augenmerk liegt aber in der Stärkung des Selbstwertgefühls, ohne dabei Ängste zu schüren.Im Selbstbehauptungs- und Konflikttrainingskursus im Auftrag der städtischen Gleichstellungsbeauftragten im Jugendzentrum Westside geht es nicht gerade ruhig zu: In der Gruppe der acht- bis elfjährigen Jungen wird eine Szene gespielt. Es steht ein Fahrrad für acht Jungen zur Verfügung, aber nur einer darf fahren. »In der Regel ist hier der Stärkere gefragt. Er wird sich vermutlich durchsetzen«, weiß Ralf Brester aus Erfahrung. Der Marienfelder ist freiberuflich in Versmold in der Jungenarbeit tätig.
An insgesamt fünf Nachmittagen trifft er sich dort mit den acht Schülern, um Konflikte zu lösen und die Jungen in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken. »Ich schaue mir die Jungen an und sehe dann, was mit ihnen möglich ist«, ergänzt der Mitarbeiter der evangelischen Kirchengemeinde Harsewinkel. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen interessiert ihn schon seit Jahren.
»Wir reden viel über Gefühle, was mit Jungen nicht immer einfach ist, denn bei ihnen zählt oftmals vor allem, stark und unverwundbar zu sein«, sagt Brester. Doch die Realität sehe anders aus: Viele Jungen seien sehr sensibel und reagierten entsprechend auf ihre Umwelt. Darüber werde ebenso geredet wie über die Förderung sozialer Kompetenzen und den partnerschaftlichen Umgang miteinander. »Ich möchte den kleinen Persönlichkeiten zeigen, wie man miteinander besser umgeht und ihnen eine eigene, geschlechtliche Identität vermitteln.« Dazu gehöre die Selbstwahrnehmung ebenso wie die Wahrnehmung des eigenen Körpers.
»Jungen raufen gerne, das scheint ihnen angeboren zu sein«, meint der Therapeut. Und daher sei auch sein Vorschlag, auf einer Matte miteinander zu raufen, begeistert aufgenommen worden. »Doch alles in bestimmten Grenzen und nach vorgegebenen Regeln«, schränkt Ralf Brester ein. »Hier gilt es für die Jungen, sich auszuprobieren. Das eigene Handlungsspektrum wird damit für sie eingegrenzt.« Denn Raufen mache Spaß, dürfe aber nicht in Gewalt oder Konflikte ausarten.
(Foto zur Vergrößerung bitte anklicken)
