In nur 72-Stunden Stunden eine Parklandschaft gebaut
Konzertierte Aktion am Juz begeistert die Bauherren


Stolz auf ihr Werk sind (von links) Jonas Reinhold, Olaf Hülck, Frank Flethe, Kathrin Stepien, Ivica Rzyndowski, Marit Flethe, Janfelix Müller, Daniel Hagemeier, Stanny Huhn und Jens Schröder.  Am »Westside« bauten 60 Helfer eine Begegnungsstätte und pflanzten Bäume.
Foto: Burkhard Hoeltzenbein
 

Ve r s m o l d (hn). Wo am Donnerstagabend noch ein karges Stück Rasen die Rückseite des Jugendzentrums Westside zierte, lädt seit gestern ein gemütliches Rund mit Feuerstelle, Unterstand, Steinofen, Lehmkuhle und Sandkasten zum Treff ein. Bei der 72-Stunden-Aktion haben rund 60 große und kleine Helfer einen idyllischen Platz
zum Verweilen geschaffen. »Das sieht hier ja aus wie in einem Park«, zitierte Olaf Hülck vom Westside eine der vielen Stimmen der staunenden Besucher, die das Terrain nicht mehr wieder erkannten. Aus naturbelassenen Holzbrettern zimmerten die bienenfleißigen Bauarbeiter einen regensicheren Unterschlupf und verpassten
dem Ofen ein Regendach. »Den hätten wir am Samstag gar nicht an seinen Platz bugsieren können «, berichtete Janfelix Müller von der katholischen Kirchengemeinde,
wie ein Rad ins andere griff.

Ein Anruf bei Hans-Jürgen Matthies von der Stadtverwaltung reichte, um in Windeseile einen Gabelstapler der Feuerwehr nebenan
zu organisieren, mit dem sich das tonnenschwere Material bewegen ließ. Wie überhaupt die überkonfessionelle Aktion an den drei Tagen ein Team zusammenschweißte,
das eine tolle Idee grandios umsetzte. »Ich habe die Bretter mit angenagelt«, sagte Marit stolz. Die kleine Tochter von Baukünstler Thorsten Flethe, der bei  Materialbeschaffung, Planung und Einsatz der vielen hochmotivierten Einsatzkräfte den Überblick behielt, findet die Lehmkuhle am schönsten. Auch die »großen
Spielkinder« genossen gestern nach getaner Arbeit mit nackten Füßen das Schlammbad. Messdiener, CVJM-Helfer, Besucher des Juz und die komplette 10 b des CJD-Gymnasiums gaben sich fast rund um die Uhr Säge, Spaten, Hammer und Schubkarre in die Hand, um das Werk zu vollenden. »Dass wir so schnell fertig würden,
hätte ich nie gedacht. Wir haben am Sonntagnachmittag schon Zeit zum Fußballspielen gehabt«, fasste Flethe zusammen. Das Baumaterial im Wert von 5000 Euro
spendete die Bürgerstiftung. Weitere Sponsoren sorgten für die Verpflegung der Bauteams. Dazu spielte das Wetter drei Tage lang mit. Für Janfelix Müller kein Zufall: »Uns hat doch der Himmel geschickt«, zitierte er das Motto der Aktion. Parallel vollendeten auch Landjugend Oesterweg und Freiwillige Feuerwehr ihr 72-Stunden-Werk
an der DRK-Kindertagesstätten.