Freiwillige schuften für die gute Sache
72-Stunden-Aktion: 70 Helfer sind bei zwei Projekten fast rund um die Uhr im Arbeitseinsatz


Ran an die Säge gehen (von links) Joe Veloso Ferreira, Jonas Reinhold, André Maric und Daniel Hagemeier. Am Jugendzentrum entsteht bis Sonntag ein gemütlicher Innenhof. Foto: Burkhard Hoeltzenbein

Von Oliver H o r s t und Burkhard H o e l t z e n b e i n
Ve r s m o l d (WB).
Startschuss für den Wettlauf mit der Zeit: Um Punkt 17.07 Uhr haben gestern 70 ehrenamtliche Helfer zu Schaufel, Schubkarre und Säge gegriffen. Innerhalb von 72 Stunden wollen sie jede Menge bewegen: Das Außengelände des Jugendzentrums Westside soll gestaltet, der Spielgarten der DRK-Kindertagesstätte auf Vordermann gebracht werden. Gleich an zwei Stellen in Versmold wird bis Sonntagnachmittag fast rund um die Uhr für den guten Zweck geschuftet, was das Zeug hält. Im Rahmen der bundesweiten 72-Stunden-Aktion engagieren sich die katholische Jugend, der CVJM, Helfer vom Jugendzentrum, die Mitglieder der Landjugend Oesterweg sowie der Jugendfeuerwehr.

Ein Einsatz, der lobende Worte findet. Landrat Sven-Georg Adenauer schaute gestern kurz nach dem Start am Jugendzentrum vorbei, um die Helfer zu würdigen und zu motvieren. »Ihr übernehmt Verantwortung und habt Euch etwas vorgenommen, worauf ihr in einigen Jahren immer noch stolz sein könnt, wenn ihr mal wieder im ›Juz‹ vorbeischaut«, dankte auch Bürgermeister Thorsten Klute für den überkonfessionellen und überparteilichen Einsatz. Dank der freiwilligen Helfer und des von der Bürgerstiftung gespendeten Materials entsteht an den drei Bautagen auf der Rückseite des Jugendzentrums ein Innenhof mit Sichtschutz, Feuerstelle, Sandkasten, Ofendach und Unterstand, der zu gemütlichen Begegungen einladen soll. Unter Anleitung von Baukünstler Frank Flethe griffen die Jugendlichen aller Altersklassen gestern gleich zu Spaten, Harke, Säge und Schubkarre. Das Motto der Aktion, »Uns schickt der Himmel« nahm  Pfarrerin Renata Pense auf. »Heute kommt ihr gerade richtig zu Hilfe, wo ihr gebraucht werdet.« Und schloss ein Zitat von Antoine de Saint-Exupéry an, das den Geist der 72-Stunden-Aktion einfängt: »Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu verteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem endlosen weiten Meer.« Ortswechsel: In eine Großbaustelle verwandelte sich um Punkt 17.07 Uhr auch der Spielgarten der DRK-Kindertagesstätte an der Sauerbruchstraße. Jeweils 20 Helfer der Landjugend Oesterweg und der Versmolder Jugendfeuerwehr spucken hier in die Hände, um das Areal auf Vordermann zu bringen. Mit Mini-Bagger, Radlader und viel Muskelkraft gingen die Freiwilligen ihre Aufgabe an. Die vor Jahren verlegten, inzwischen aber morschen Holzbohlen rund um die Sandspielbereiche, entfernten die Helfer mit vereinten Kräften in Minuten. Dann wurde fleißig geschaufelt: Der Sand wird ausgetauscht, neue Kantensteine gesetzt. Zusätzlich kommt bei den Häuschen frische Farbe ins Spiel. Heute werden die 80 Kinder der Kita den Ehrenamtlichen über die Schulter schauen. »Sie sind schon ganz gespannt, was sich in ihrem Garten tut«, sagt Erzieherin Christine Beyerbracht. Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr drücken am Vormittag noch die Schulbank, stoßen dann aber zum Team der Landjugend. Um das Ziel in 72 Stunden zu erreichen, soll mit vereinten Kräften vom Morgengrauen bis zum Einbruch der Dunkelheit gearbeitet werden.