HK vom 22. Oktober 2009
Rantasten ans Tempo des Rock
E-Gitarren-Workshop im Jugendzentrum Westside
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Erste Griffe in die Saiten: Ilya Burov (ganz rechts) übt in dieser Woche mit
Lina Hülck, Mathias Titzmann, Stephan Budde (hinten, von links), Franziska
Lüker und Julia Burova (vorne). Foto: M. Uthmann
Versmold (maut). Sie sitzen zusammen wie im Gesprächskreis. Doch nicht das tiefsinnige Gespräch dominiert, sondern der vom Verstärker angefütterte satte Klang, den die fünf Jugendlichen und ihr Lehrer Ilya Burov den Saiten ihrer Instrumente entlocken. Beim ersten E-Gitarren-Workshop im Jugendzentrum Westside geht es in dieser Woche nicht um technische Perfektion im Schnelldurchgang, sondern um die gemeinsame Freude am Spiel. Schließlich reichen drei Nachmittage mit jeweils zwei Stunden gemeinsamen Übens auch bei weitem nicht aus, um sich sämtliche Grundlagen in Notenkunde anzueignen, alle Griffe traumwandlerisch sicher zu beherrschen und dann noch bei Bedarf das Tempo anzuziehen. Sie reichen aber, um die grundlegenden Akkorde zu spielen und sich sogar gemeinsam an einem echten Klassiker der Rock-Geschichte zu versuchen: »Back in Black« von der unvergleichlich wilden, wie furiosen Gruppe »ACDC«. Die bekannten Gitarrenriffs, die den Song so unverkennbar machen, fließen Lina Hülck, Mathias Titzmann, Stephan Budde, Franziska Lüker und Julia Burova zwar noch nicht allzu flüssig aus den Händen, doch das Motiv ist deutlich zu erkennen. „Wir haben den Song ein wenig aufgeteilt, so dass jeder seinen speziellen Part erfüllen kann“, erklärt Ilya Burov. Wenn nicht jeder seine bestimmte Aufgabe hätte, wäre es doch noch ein wenig zu schwierig. Denn „der Wechsel zwischen den Akkorden ist echt das Schwerste“, erklärt Stephan Budde.
Am Anfang schmerzen die Finger und das Handgelenk Und die jungen Gitarrenhelden haben – wenn sie nicht schon vorher ein wenig Erfahrung im Spiel sammeln konnten – noch ganz andere Probleme, die für Anfänger typisch sind. Da schmerzen die Finger, die ständig die Stahlseiten zupfen müssen und Lina Hülck gesteht ein, dass ihr vom intensiven Greifen auch das Handgelenk ein wenig wehtut. Das soll aber nicht heißen, dass sich die Jugendlichen bei ihrer Gitarrenpremiere durchschlagen müssen. Selbst in den Spielpausen werden ständig die Saiten gezupft oder vereinzelt Akkorde angespielt. So lässt Mathias Titzmann zwischendurch den Auftakt eines Metallica- Songs erklingen. „Es macht uns Spaß“, sagen die Fünf – ohne dabei auch nur eine Miene zu verziehen. Das mag am Alter liegen, oder aber ist schon die erste Gelassenheit echter Rocker. Am Freitag spielt die Gruppe wieder gemeinsam im Jugendzentrum. Spätestens dann, hofft Ilya Burov, hat er so manchen neugierigen Anfänger endgültig für das Instrument entflammt und zu vielen weiteren Übungsstunden animiert.
